So ein Theater!

Ich hab’s ja nicht so mit dem Theaterspielen. Ich kann mit Fug und Recht von mir behaupten, dass ich ein absoluter Laie bin und von dem, was die Welt des Theaters ausmacht, nicht viel verstehe. Okay, da stehen Menschen auf den Brettern die die Welt bedeuten, bekommen Applaus für ihre gezeigte Leistung und nach dem Auftritt ist vor dem Auftritt.

In meiner Welt gehört das Theater definitiv nicht zu einem festen Bestandteil meines Lebens. Meine letzte, gesehene Aufführung ist Urzeiten her und ich bin entsetzt gewesen. Wir haben mit dem Deutschkurs Faust angesehen, sozusagen, als krönenden Abschluss für die Unterrichtseinheit. Allerdings ist das eine neue Interpretation des Stückes gewesen und gipfelte darin, dass der Teufel Gretchen auf der Bühne auf einem Rednerpult gepoppt hat. Musste das wirklich sein? Ich weiß es nicht, aber der Regisseur hatte sich sicher etwas dabei gedacht.

Generell finde ich es immer sehr schwierig, wenn alte Texte in die Neuzeit adaptiert werden. Ich als Historienfreund finde, wenn die Figuren eines Stückes so wunderbar Altdeutsch reden, gehören da auch pompöse Kleider, Männer mit Zylinder und Pferdekutschen dazu. Aber Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und letztlich liegt es an mir, ob ich mir neu interpretierte Stücke ansehe oder nicht.

Eigene Theatererfahrungen? Nö.

Die wenigen Berührungspunkte mit den Theatermenschen, wie ich sie liebevoll nenne, beschränken sich auf Schulaufführungen oder Workshop-Vorführungen, in denen die Teilnehmer Impro-Theater gespielt haben. Das habe ich immer als ein wenig merkwürdig empfunden, denn die Theatermenschen sind bei diesen Darstellungen eigentlich nur kreuz und quer durch den Raum gehüpft, gekrochen, gehumpelt, gejapst und was man sich sonst noch vorstellen kann. Für mich stellte sich da immer die Frage: Warum machen die das?

Soviel zu meiner Vorgeschichte.

Wie man sicher an diesen Beispielen sehen kann, habe ich mich nie für Theater, Theaterspielen, Auftreten oder sonstiges interessiert. Das war ganz einfach nicht meine Welt. Bis gestern.

Schnuppertraining in der leere raum

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Gestern bin ich bei einem Probetraining für Improtheater und auch Präsentationstraining zu Gast gewesen in „der leere raum“. Ich habe mich spontan entschieden an dieser Probestunde teilzunehmen, da ich darüber schon einiges von Claudia, der Inhaberin, gehört hatte. Ich bin ein spontaner Mensch, der gern neue Sachen ausprobiert. Der leere raum ist, ich zitiere an dieser Stelle von Claudias Homepage: „studio, bühne, büro und kreativraum. alles in einem.“

Claudia ist Schauspielregisseurin und ihre Leidenschaft gehört der Schauspielerei. Sie unterrichtet Schauspieltraining, systematisches Coaching und außerdem inszeniert sie auch noch Theaterstücke. Wow, das ist definitiv eine Welt, mit der ich bisher so gar nicht in Berührung gekommen bin.

Am Anfang der Stunde haben die teilnehmenden Frauen am Tisch gesessen, sich gegenseitig vorgestellt und sich ein wenig beschnuppert. Die Frage stand im Raum, mit welchen Zielen man zu diesem Training gekommen ist. Ziele? Öhm. Joa. Ich hatte mir keine Gedanken gemacht, was ich von dieser Stunde erwarte und bin ganz blind reingestolpert. Letztlich glaube ich, dass Präsentationstraining niemals schaden kann, sondern immer nur hilfreich ist. Und ich denke, dass ich noch einiges Lernen kann, was die Selbstpräsentation angeht.

Nach der Gesprächsrunde startet das Warm-up auf der schwarze Bodenfläche des leeren raumes. Ein Geschwindigkeitsspiel mit Abklatschen hat Hemmungen genommen, für Spaß gesorgt und uns allen Farbe ins Gesicht getrieben, denn das macht ganz schön warm.

Pantomime kann ich. Meistens jedenfalls.

Weiter ging es mit Pantomime. Jeder hat etwas ohne Worte dargestellt, was ihm spontan eingefallen ist und anschließend an seinen Nachbarn weitergegeben. Das mit den spontanen Einfällen, ist gar nicht so einfach, wie ich feststellen musste. Plötzlich ist bin ich dran, der Kopf ist leer und nun? Richtig, improvisieren.

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Claudia gibt zwischen den einzelnen Stationen des Abends Feedback, wie man Blockaden im Kopf abbauen kann und sich der Schwierigkeit stellen kann, etwas pantomimisch darzustellen.

Erste Gehversuche im Impro-Theater

Die nächste Station des Abends war szenisches Spielen. Zwei weiße Hocker sind auf dem schwarzen Boden aufgestellt worden. Claudia erklärt das Spiel namens „Freeze“. Eine Person sitzt auf dem Hocker, hält irgendwann inne, die zweite Person kommt dazu und spielt gemeinsam mit Person eins die Szene weiter.
Der nächste Teilnehmer klatscht irgendwann in die Hände, ruft „Freeze“ und die beiden Personen auf den Stühlen halten in ihrer Position inne. Person eins wird vom Freeze-Rufer abgelöst und es geht mit einer ganz anderen Szene weiter.

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Eieieieieieieieieiei, da hab ich vielleicht zwischendurch gelacht. Es ist wirklich total großartig zu sehen, wie lustig Alltagssituationen sein können.

Nach diesem Spiel gibt es noch eine Feedbackrunde und ich lerne, dass das, was wir in der letzten Stunde gemacht haben, bereits Impro-Theater war. Wow. Das war ja gar nicht so schwer und hat gar nicht weg getan.

Mit einem Lächeln auf den Lippen verlasse ich an diesem Abend den leeren raum. Es war anders. Es war körperlich anstrengend. Es war lustig. Ich hatte einen schönen Abend!

Wer mitmachen möchte, alle Infos gibt’s hier.

der leere raum
Claudia Maurer
Regisseurin für Schauspiel, Dipl. Designerin FH
Frankenstr. 215
45134 Essen

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4 Gedanken zu “So ein Theater!

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