Warum Historische Romane so toll sind!

Seit ein paar Monaten bin ich wieder völlig den historischen Romanen erlegen. Habe ich in der ersten Jahreshälfte ein wenig herumexperimentiert und mich anderen Genres zugewandt, so bin ich in der zweiten Jahreshälfte zu meinem Steckenpferd und großen Leidenschaft zurückgekehrt.

Historische Romane sind toll. Ich liebe es, in diese ganz eigene Welt des Mittelalters einzutauchen. Da gibt es keinen Strom, keine Fernseher, keine Computer, keine Tablets, keine Smartphones, kurz, alles was wir heute als selbstverständlich ansehen und benutzen, hat es nicht gegeben.

Und doch waren die Menschen in der Zeit des Mittelalters glücklich und zufrieden, so stelle ich mir das jedenfalls vor. Sicher, je privilegierter man aufgewachsen ist, desto einfacher war das Leben. Das steht außer Frage. Aber ist das heute nicht auch noch so?

So ein historischer Roman lebt von Details. Ich denke, dass vielen Menschen die genauen Detailangaben zu anstrengend zu lesen sind, aber ich finde das klasse. Mit jedem weiteren Detail entsteht vor meinem inneren Auge ein genaueres Bild derjenigen Person, die gerade beschrieben wird. Ich finde es schön, wenn beispielsweise die einzelnen Schichten der Kleidungsstücke beschrieben werden und auch die verwendeten Stoffe. Wer kennt denn heute noch Brokat?

Dazu habe ich während meiner Magisterarbeitsphase in einem Museum einmal einen Aufseher befragt. Ich hatte keine Vorstellung, wie Brokat aussieht, geschweige denn, wie sich dieser Stoff anfühlt. Okay, wie er aussieht weiß ich nun, aber leider immer noch nicht, wie sich dieser Stoff anfühlt. Das Ausstellungsstück war in einer Vitrine und ich konnte den Aufseher nicht davon überzeugen, dass ich das unbedingt mal anfassen wollte. Wer mir einen Tipp geben kann, wo ich Brokatstoff finden kann, immer her damit. Tatsächlich möchte ich immer noch wissen, wie sich dieser Stoff anfühlt.

Vielleicht bin ich im Herzen doch eine kleine Prinzessin, die auf Wallewallegewänder, Krönchen und den stattlichen Prinzen steht. Stattlich ist ein weiteres Beispiel, warum ich diese Art von Roman so großartig finde: die alte Sprache. Wer sagt denn heute noch stattlich zu einem tollen Mann? Der wird mit toll, nett, groß, klein, dick, dünn oder was auch immer betitelt, aber nie mit stattlich. Und dabei sagt das doch so viel aus!

Die Tagesabläufe der Menschen in dieser Zeit waren gebunden an das Tageslicht. Was nicht weiter verwunderlich ist, wenn man bedenkt, dass Strom noch unbekannt war. Ob Bäuerin oder Bürgerstochter – jeder hatte am Tag verschiedene Aufgaben zu erledigen. Hier unterscheiden sich natürlich die einzelnen Romane in ihren Handlungen, je nachdem, wer die Hauptperson ist und welche Abendteuer diese zu bestehen hat.

Ich finde es faszinierend, wie anhand historischer Ereignisse letztlich eine Geschichte, ja ein Abenteuer der Hauptfigur entsteht. Die hohe Kunst ist meiner Meinung nach, die gelebte Geschichte mit den bekannten Figuren so in die eigens ausgedachte Geschichte zu integrieren, dass es nicht total merkwürdig für den Leser ist, wenn die Hauptfigur eines Romans mit einem König aus der gelebten Geschichte bekannt ist.

Ich bin dann mal lesen.

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