Warum Historische Romane so toll sind!

Seit ein paar Monaten bin ich wieder völlig den historischen Romanen erlegen. Habe ich in der ersten Jahreshälfte ein wenig herumexperimentiert und mich anderen Genres zugewandt, so bin ich in der zweiten Jahreshälfte zu meinem Steckenpferd und großen Leidenschaft zurückgekehrt.

Historische Romane sind toll. Ich liebe es, in diese ganz eigene Welt des Mittelalters einzutauchen. Da gibt es keinen Strom, keine Fernseher, keine Computer, keine Tablets, keine Smartphones, kurz, alles was wir heute als selbstverständlich ansehen und benutzen, hat es nicht gegeben.

Und doch waren die Menschen in der Zeit des Mittelalters glücklich und zufrieden, so stelle ich mir das jedenfalls vor. Sicher, je privilegierter man aufgewachsen ist, desto einfacher war das Leben. Das steht außer Frage. Aber ist das heute nicht auch noch so?

So ein historischer Roman lebt von Details. Ich denke, dass vielen Menschen die genauen Detailangaben zu anstrengend zu lesen sind, aber ich finde das klasse. Mit jedem weiteren Detail entsteht vor meinem inneren Auge ein genaueres Bild derjenigen Person, die gerade beschrieben wird. Ich finde es schön, wenn beispielsweise die einzelnen Schichten der Kleidungsstücke beschrieben werden und auch die verwendeten Stoffe. Wer kennt denn heute noch Brokat?

Dazu habe ich während meiner Magisterarbeitsphase in einem Museum einmal einen Aufseher befragt. Ich hatte keine Vorstellung, wie Brokat aussieht, geschweige denn, wie sich dieser Stoff anfühlt. Okay, wie er aussieht weiß ich nun, aber leider immer noch nicht, wie sich dieser Stoff anfühlt. Das Ausstellungsstück war in einer Vitrine und ich konnte den Aufseher nicht davon überzeugen, dass ich das unbedingt mal anfassen wollte. Wer mir einen Tipp geben kann, wo ich Brokatstoff finden kann, immer her damit. Tatsächlich möchte ich immer noch wissen, wie sich dieser Stoff anfühlt.

Vielleicht bin ich im Herzen doch eine kleine Prinzessin, die auf Wallewallegewänder, Krönchen und den stattlichen Prinzen steht. Stattlich ist ein weiteres Beispiel, warum ich diese Art von Roman so großartig finde: die alte Sprache. Wer sagt denn heute noch stattlich zu einem tollen Mann? Der wird mit toll, nett, groß, klein, dick, dünn oder was auch immer betitelt, aber nie mit stattlich. Und dabei sagt das doch so viel aus!

Die Tagesabläufe der Menschen in dieser Zeit waren gebunden an das Tageslicht. Was nicht weiter verwunderlich ist, wenn man bedenkt, dass Strom noch unbekannt war. Ob Bäuerin oder Bürgerstochter – jeder hatte am Tag verschiedene Aufgaben zu erledigen. Hier unterscheiden sich natürlich die einzelnen Romane in ihren Handlungen, je nachdem, wer die Hauptperson ist und welche Abendteuer diese zu bestehen hat.

Ich finde es faszinierend, wie anhand historischer Ereignisse letztlich eine Geschichte, ja ein Abenteuer der Hauptfigur entsteht. Die hohe Kunst ist meiner Meinung nach, die gelebte Geschichte mit den bekannten Figuren so in die eigens ausgedachte Geschichte zu integrieren, dass es nicht total merkwürdig für den Leser ist, wenn die Hauptfigur eines Romans mit einem König aus der gelebten Geschichte bekannt ist.

Ich bin dann mal lesen.

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Lesetipp: Da gewöhnze dich dran. Wie ich mein Herz an den Pott verlor


Frau Nessy von Draußen nur Kännchen hat ein Buch geschrieben. Es geht darum, wie sie ihre Liebe zum Ruhrgebiet entdeckt. Ich habe oftmals laut gelacht, kurz geweint und das Buch an einem Tag durchgelesen.

Vanessa Giese: Da gewöhnze dich dran. Wie ich mein Herz an den Pott verlor

Inhalt

In 2010 zieht Nessy nach Dortmund. Sie braucht eine Luftveränderung, nachdem sie sich von ihrem Freund getrennt hat, den ihre Mutter ja ach so gern als Schwiegersohn gehabt hätte. Nessy stammt aus dem beschaulichen Sauerland. Bei der Wohnungssuche entscheidet sie sich schließlich für eine Dachgeschosswohnung in Dortmund-Hörde.

Neuer Job, neue Wohnung, neue Nachbarn. Letztere, nämlich Schmidtchens aus dem Erdgeschoss, schneien beim Umzug vorbei, um einen Pott Erbsensuppe zu überreichen, damit die Helfer ordentlich was auf den Löffel bekommen. In Zukunft werden die beiden ein Auge auf ihr „Etteken“ haben, wie sie Nessy liebevoll nennen. Nachbarschaftshilfe vom Allerfeinsten.

Im neuen Job stößt Nessy auf freundliche und gleichzeitig drollige Kollegen. Da ist Melanie, die über ihre Männergeschichten ein eigenes Buch schreiben könnte. Sie teilt ihre Erlebnisse sehr gern mit ihrer neuen Kollegin. Und dann ist da auch noch das Eichhörnchen, Thorsten, dessen Schwester Handball spielt.

Handball ist die Leidenschaft von Nessy und nachdem sie bei einem Sonntagsausflug auf der gesperrten A40 Thorstens Schwester Katrin kennengelernt hat, entschließt sie sich zum Probetraining zu gehen. Die Mädels der Mannschaft nehmen sie sehr herzlich in ihren Kreis auf, mit der Warnung: „Eins musst du wissen, bevor du unterschreibst, […]. Wir sind ein bisschen asi.“

Last but not least hat das Ruhrgebiet für die Single-Nessy auch noch interessante Männer zu bieten. Ob es diese ganz speziellen Exemplare jetzt nur im Pott gibt, mag dahingestellt sein, nichts desto trotz verliebt sie sich in ihre Internetbekanntschaft BVBjörn.

Nessy scheint in ihrer neuen Heimat angekommen zu sein. Doch wo Sonne ist, ist auch Schatten und nach ihrem ersten halben Jahr, sieht ihre Welt plötzlich nicht mehr ganz so rosig aus.

Das Buch ist …

… total lustig und authentisch. Mir ist es ebenso ergangen, wie Nessy, ich bin auch eine Zugezogene in den Pott. Die Menschen im Ruhrgebiet sind ein ganz eigenes Völkchen. Hart, aber herzlich, wie ich immer zu sagen pflege. Ich habe bereits auf den ersten Seiten des Buches angefangen zu kichern, da die Dialoge mit den Pottlern in feinstem Ruhrgebietsdeutsch verfasst sind. Und es stimmt einfach, die Menschen reden hier so. Punkt. Weil mich die Sprache begeistert, hier zwei Textproben:

„Küche kannze haben […] ohne Abstand odda sonstige Zahlungen. Is von Werner. Der musste Hals über Kopp hier raus, frach mich nich, der hatte irgendwas anne Hacken.“ – Der zukünftige Vermieter beim Besichtigungstermin der neuen Wohnung.

„Ers ma hamm wa nur geknutscht. […] Dann hamm wa’s gemacht. Ich sach dir, der ging ab! Wie ’ne Nähmaschine!“ – Melanie berichtet über eine Liebschaft des Wochenendes.

Neben diesen wunderbaren Sätzen finden sich noch unglaublich viele andere, über die ich mich amüsiert habe. Auch die Sprache des Sauerlandes ist mir vertraut, die die Figuren aus Nessys Heimat sprechen. Ganz wunderbar findet sich hier an fast jedem Satz ein „woll“ am Ende. Herrlich.

Ein wenig Pipi inne Augen, wie Frau Schöner es bereits formulierte, hatte ich auch, denn wie im echten Leben gibt es in diesem Buch nicht nur Sonnenseiten. Ich möchte nicht zuviel verraten und lasse an der Stelle wieder eine Textstelle sprechen: „Dat Schlimmste is, dat ich gewusst hab, dat se stirbt. […] dat war nich nur das Schlimmste, dat war auch dat Schönste. Weil ich ihr adieu sagen konnte.“ Schnief.

Lesen oder Lassen?

Wer das Ruhrgebiet und die Sprache der Menschen mag, der sollte das Buch auf jeden Fall lesen. Eine ordentliche Portion Lokalkolorit ist eben nicht jedermanns Sache. Wer auf der Suche nach einem absolut kurzweiligen Buch, mit guter Kapitellänge ist, der sollte das Buch auch lesen. Ach, eigentlich sollten alle dieses Buch lesen, weil es toll ist. Weil es witzig ist. Weil es Herz hat, ein großes Herz.

Wer, wie ich, das Buch schon gelesen hat, dem sei der Blog von Frau Nessy (die von sich selbst sagt,  „Nessy ist 50 Prozent ich und zu 50 Prozent erfunden“) hiermit wärmstens ans Herz gelegt. Ich freue mich schon auf weitere Geschichten rund um das Ghettonetto oder die Bildungsbandscheibe. Weitere Rezensionen gibt es von Anne Schüßler und Charlotte Jahnz.

Das Buch ist in einer Taschenbuch-Ausgabe erschienen und kostet 9,99 Euro. In der Kindle-Ausgabe kostet das Buch ebenfalls 9,99 Euro.

Ich schließe diesen Beitrag nun mit einem Zitat:
„So is dat: Mal hasse Sonne, mal hasse Regen. Gewöhnze dich dran. […] „

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Bei den Links zu den einzelnen Büchern handelt es sich um Affiliate Links. Ich finde das sehr praktisch, wenn man direkt zum richtigen Buch geführt wird und nicht erst lang suchen muss.
Kann man mögen, muss man aber nicht.
;-)

Lesetipp: Endspiel: Genie und Wahnsinn im Leben der Schachlegende Bobby Fischer

Bobby Fischer ist ein Schachgenie. Bereits mit 13 Jahren wird er der jüngste Schachmeister der USA und löst einen weltweiten Schachboom aus. Fischer besitzt einen IQ von 181 und ist nicht nur ein begnadeter Spieler, sondern auch ein großartiger Analyst von Schachpartien.

Frank Brady:
Endspiel: Genie und Wahnsinn im Leben der Schachlegende Bobby Fischer

Inhalt

Bobby wächst in ärmlichen Verhältnissen in Brooklyn auf. Schon sehr früh entdeckt er seine Liebe zum Schach. Hält seine Mutter anfangs weniger von seiner Leidenschaft, da sie glaubt, ihr Sohn müsse sich mit noch anderen Dingen außer Schach beschäftigen, unterstützt sie ihn doch überall, wo sie nur kann.

In seiner Jugend hat Bobby zwei Mentoren, die ihm helfen, sein Spiel immer weiter zu verbessern, bis er schließlich mit nur 13 Jahren zum jüngsten Schachmeister der USA wird. Der Rummel um seine Person nimmt parallel zu seinen internationalen Erfolgen am Brett zu.

1972 schafft es Fischer schließlich, den Weltmeistertitel gegen Boris Spasski zu erringen.

Schon im Vorfeld hat sich Fischer sehr verändert. Er leidet unter Verfolgungswahn und glaubt, dass die Sowjets in der Vergangenheit Absprachen getroffen haben, um ihre Vormachtstellung im Schach behalten zu können. Seine Macken werden immer ausgeprägter und gipfeln schließlich darin, dass er für 20 Jahre von der öffentlichen Bildfläche verschwindet. Anfangs lebt er von seinen Gewinnen, später wird er von seiner Mutter finanziell unterstützt.

Zwanzig Jahre später taucht Fischer wieder auf, um in einem Re-Match der Partie Fischer-Spasski von 1972 erneut gegeneinander anzutreten. Das Match soll im ehemaligen Jugoslawien stattfinden, welches sich zu diesem Zeitpunkt im Bürgerkrieg befindet. Fischer wird von der US-Regierung aufgefordert, dieses Match abzusagen, aber das interressiert ihn nicht, genauso wenig, wie die Konsequenzen, die daraus für ihn entstehen könnten.

Nach der Partie in den 90ern wird Fischer nie wieder amerikanischen Boden betreten, entwickelt sich zum Antisemiten, wendet sich der Mafia zu und glaubt, dass er seine Ausnahme-DNA unbedingt vererben sollte.

Das Buch ist …

… krass. Ich bin mit Schach aufgewachsen und habe mich zwischendurch immer mal wieder gefragt, ob dies auf Herrn Fischer zurückzuführen ist. Es fällt mir ein wenig schwer, zu der Lebensgeschichte Bobby Fischers eine konsequente Meinung zu entwickeln.

Auf der einen Seite ist er ein Genie, welches absolut bewundernswert ist. Auf der anderen Seite ist er ein Antisemit, der pauschal alle Leute als Juden bezeichnet, die sich seiner Meinung nach gegen ihn gewandt haben. Dabei spielt es für ihn aber keine Rolle, wenn er in Häusern von gläubigen Juden ein und aus geht und deren Gastfreundschaft genießt.

Fischer ist ein irrgeleiteter Mensch, der sich in seinem Leben zuerst nur mit Schach, dann mit der Bibel und schließlich mit Hetzschriften beschäftigt hat. Am Ende seines Lebens wird er von Island als geduldeter Bürger aufgenommen, nachdem er ein halbes Jahr in Japan in einem Gefängnis gesessen hatte. Der Grund: ungültige Reisepapiere.

Ich denke, dass er ein sehr einsamer Mensch gewesen ist, der in seiner ganz eigenen Welt gelebt hat und sich schlicht und ergreifend nicht darum geschert hat, wenn er andere durch sein Verhalten verletzt hat. Der Rummel um seine eigene Person hat ihn immer gestört. Fischer war ein Egoist, der ganze internationale Veranstaltungen durch seinen Starrsinn gefährdet hat und kein Preisgeld war ihm hoch genug.

Lesen oder Lassen?

Lesen. Jeder, der schon einmal Schach gespielt hat, weiß um die Faszination des Spiels. Spannend an diesem Buch ist, dass es auf Basis der Daten des Familienarchivs, persönlicher E-Mails von Bobby Fischer und freigegebener FBI-Akten basiert.

Der Leser hat das Gefühl, in eine ihm fremde Schachwelt einzutauchen, wo Türme, Läufer und Bauern zum Lebensinhalt werden. Gleichzeitig weiß der Leser, dass dieses Geschichte auf einer wahren Begebenheit basiert. Das ist absolut faszinierend.

Das Buch kostet als gebundene Ausgabe 22,00 Euro und in der Kindle-Edition 2,99 Euro.

Bei den Links zu den einzelnen Büchern handelt es sich um Affiliate Links. Ich finde das sehr praktisch, wenn man direkt zum richtigen Buch geführt wird und nicht erst lang suchen muss.
Kann man mögen, muss man aber nicht.
;-)

Lesetipp: Firmin – Ein Rattenleben

Firmin – eine lesende Ratte aus den 60er Jahren, die in Boston lebt. Kleinster aus einem Wurf, der im Keller einer Bostoner Buchhandlung das Leben der Welt erblickt. Da er nur wenig Nahrung von der Mutter bekommt, beginnt er Bücher anzuknabbern und mausert sich schließlich zur belesensten Ratte der Welt.


Sam Savage: Firmin – Ein Rattenleben

Inhalt

In einer Bostoner Buchhandlung wird die schmächtige Ratte Firmin in ein Nest aus Bücherseiten hineingeboren. Da Firmin das schwächste Kind ist, ist er stets im Nachteil, wenn die Mutter von der Futtersuche zurückkommt, um ihre Jungen zu säugen. Er beginnt, das Papier des Nestes anzuknabbern und stellt schnell fest, dass Papier ihm zwar Bauchschmerzen bereitet, er aber auch nicht mehr aufhören kann, Papier zu essen.

Relativ schnell reichen ihm die Bücherseiten des Nestes nicht mehr aus und so beginnt er, sich im Keller der Buchhandlung durch die Klassiker der Weltliteratur zu futtern. Dabei geht er zuerst völlig planlos vor, mit der Zeit lernt er jedoch die Buchstaben zu verstehen, die er da in sich hinein stopft.

Das Leben der Menschen fasziniert Firmin und so lernt er nach und nach die Buchhandlung im Erdgeschoss kennen. Er glaubt, dass der Buchhändler sein Freund ist, bis dieser eines Tages Rattengift auslegt und Firmin daran fast stirbt. Aber durch eine Wende des Schicksals findet Firmin wenig später tatsächlich einen menschlichen Freund, bei dem er wohnen kann und der ihn gut behandelt, bis zu dem Tag, an dem er einen Schlaganfall erleidet …

Das Buch ist …

… süß. Ich weiß nicht, ob ein Buch diese Eigenschaft wirklich haben kann, aber ich finde diesen kleinen, megabelesenen Firmin süß. Er knabbert an Büchern und lernt dabei zu lesen und so die Welt der Menschen ein bisschen besser zu verstehen. Wenn das mal keine gute Story ist.

Das fanden bereits vor mir ziemlich viele Menschen so, weshalb dieses Buch einen Kultstatus besitzt, wenn man Amazon denn glauben schenken will. Die Beschreibungen der menschlichen Welt aus der Sicht einer Ratte ist super. Der Autor schafft es einwandfrei, die Unterschiede eines Ratten- und Menschlebens ganz klar herauszuarbeiten. Großartig.

Lesen oder Lassen?

Ich schlage vor: Lesen. Wenn man eine zum Nachdenken anregende Geschichte, die teils melancholische Züge hat, mag, sollte man diesen Roman unbedingt lesen. Das Taschenbuch kostet 8,95 Euro und die Kindle-Ausgabe liegt bei 7,99 Euro.

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Kann man mögen, muss man aber nicht.
;-)

P.S. Eigentlich hatte ich für heute die Rezension zur Schachlegende Bobby Fischer angekündigt. Da ich das Buch immer noch nicht fertig gelesen habe, muss ich dieses Rezension noch einmal verschieben.

Buchvorschau: Endspiel. Genie und Wahnsinn im Leben der Schachlegende Bobby Fischer

Bobby Fischer hat einen IQ von 180 und er liebt das Schachspielen.

Klingt nach einem sehr schlauen Mann, der sich mit dem Spiel der Könige beschäftigt.

Tatsächlich ist diese Roman-Biographie viel mehr. Sie erzählt die Lebensgeschichte einer Schachlegende, von den Kindertagen bis, nun ja, deshalb ist das eine Vorschau, bis ins hohe Alter vermutlich.

Das Buch lässt sich wirklich gut lesen und ich hoffe, in der nächsten Woche einen kompletten Lesetipp veröffentlichen zu können.

Warum nicht schon heute?
Ich bin im Leserückstand. Die Hälfte des Romans habe ich bereits verschlungen, aber der erste Mai und schließlich die re:publica in Berlin, auf der ich mich zur Zeit befinde, um ganz viele schlaue Sachen rund um das Thema Internet zu lernen, haben mich zurückgeworfen. Schande über mein Haupt!

Ich gelobe Besserung für die nächste Woche und kann diese Roman-Biographie schon jetzt als einen Lesetipp outen.

Lesetipp: Die Kadaver-Sammlerin

Familie Reinhardt wohnt in einem abgelegenen Haus direkt auf einer Felsklippe. Das Nachbarhaus ist unbewohnt – bis plötzlich eine gläsern wirkende, alte Frau auftaucht, die das Leben der Reinhardts nachhaltig verändert.

Manfred Köhler: Die Kadaver-Sammlerin

Inhalt

Familie Reinhardt lebt zufrieden in ihrem abgeschiedenen Heim und genießt die Ruhe. Eines Tages nimmt Axel Reinhardt eine alte Dame im Nachbarhaus war, die zuvor noch nicht dort gewohnt hat. Gemeinsam mit seiner Frau Mara geht er zum Nachbarhaus. Weder klopfen noch rufen bewegen etwas in dem heruntergekommenen und halb zerfallenen Haus.

Auch Berti, die Teenager-Tochter der beiden, hat die alte Frau schon oft gesehen, es ihren Eltern aber bisher noch nicht erzählt. Sie nimmt die alte Frau als Bedrohung war.

Mit einem Anruf von Axels Vater kommt Bewegung in den beschaulichen Alltag der drei. Berti ist Feuer und Flamme, zu ihrem Großvater zu fahren, da sie so den Blicken der unheimlichen alten Frau entkommen kann. Dort angekommen öffnet sie sich gegenüber Axel, der die alte Frau ja auch gesehen hat. In dieser Situation kommt noch hinzu, dass Axels Vater glaubt, in der nächsten Woche sterben zu müssen.

Am nächsten Tag muss Axel beruflich für zwei Tage zurück in die Heimat. Er verspricht seiner Tochter, dass er die alte Frau ausfindig machen will und alles wieder beim Alten ist, wenn die Familie aus dem Urlaub zurück kommt.

Mit seinem Einbruch in das Nachbarhaus beginnt der Kampf gegen die unheimliche gläserne Frau mit einer Vorliebe für halbtote Tiere, die sich nicht aus ihrem Heim vertreiben lassen will.

Das Buch ist …

… nichts für schwache Nerven. Geister, untote Tiere und Menschen und eine alte Frau, die nicht sterben kann und will – gruselig.

Der Autor hat eine gute Mischung aus Realität, Fantasie und Gruselfaktor gewählt. Wer sich keineswegs vorstellen kann, dass es Geister gibt und ein Leben nach dem Tod, der sollte das Buch vielleicht besser nicht lesen. Wer aber dem Mystischen des Lebens aufgeschlossen gegenübersteht, der wird sich ordentlich gruseln.

Durch überraschende Wendungen schafft es der Autor, den Leser immer weiter zu fesseln, so dass man ganz einfach wissen will, wie es auf den nächsten Seiten weitergeht und das Buch nur unfreiwillig aus der Hand legt.

Lesen oder Lassen?

Hierfür gibt es eine Leseempfehlung. Wer nicht gern megalange Schinken liest, die aber trotzdem sehr spannend sein sollen, der sollte sich dieses e-Book zulegen. Für 0,99 Euro bei Amazon kann man nicht ganz so viel falsch machen.

Dieses Buch macht seiner Kategorisierung als Horror-Thriller alle Ehre. Ich habe dieses Buch in einer schlaflosen Nacht angefangen zu lesen und das war nur eine mittelgute Idee, denn an Schlaf war bis in die frühen Morgenstunden nicht mehr zu denken.

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Lesetipp: First Class – Mord an Bord

Giulietta Bergmann ist First Class Stuardess und führt ein Leben zwischen Flugzeug, Jetlag, Hotels und ihrem zu Hause in Frankfurt-Sachsenhausen. Sie gondelt um die Welt und ist sehr stolz darauf, eine besonders qualifizierte Stuardess zu sein.

Ilona Rückwald: First Class – Mord an Bord

Inhalt

Nach einem langen Arbeitstag beschließt Giulietta spontan nach Saint Tropez zu fliegen und sich eine Auszeit zu gönnen, da sie einige Tage frei hat, bevor der nächste Flug ansteht. Bereits beim Frühstück in einem kleinen Lokal entdeckt sie einen aufregenden Mann, traut sich aber nicht, ihn einfach auf der Straße anzusprechen. Giulietta ist geschieden und ein wenig einsam, findet aber nicht wirklich die Zeit, sich einen neuen Partner zu suchen.

Bei ihrem Spaziergang durch den Yachthafen von Saint Tropez trifft sie auf einen Fluggast, den sie eigentlich viel zu anstrengend findet. Vitali ist ein stinkreicher Russe, der gern zeigt, wie gut es ihm geht. Er bittet sie zu sich und seiner derzeitigen Freundin auf das Boot und die drei sprechen dem Champagner ordentlich zu. Am Abend findet eine Bootsparty statt und Giulietta nimmt leicht beschwipst die Einladung Vitalis an.

Auf der Party sieht Guilietta den anziehenden Mann aus dem Frühstückslokal wieder. Die beiden kommen ins Gespräch und finden sich auf Anhieb sehr anziehend. Sie verbringen einen aufregenden Abend miteinander und landen schließlich in Giuliettas Kabine.

Am nächsten Morgen wacht Guilietta allein auf und ihr angebeteter Marc ist verschwunden. Die Polizei pocht an ihre Tür und befragt sie zu einem Mord, der in der Nacht auf dem Boot passiert ist. Leider hat sie einen totalen Filmriss und kann sich an fast nichts mehr erinnern. Um Zeit zu gewinnen gibt sie bei der Polizei an, früh schlafen gegangen zu sein und das allein.

Ab diesem Zeitpunkt überschlagen sich die Ereignisse.

Das Buch ist …

… aufregend und absolut kurzweilig geschrieben. Auch wenn der Leser zwischendurch das Gefühl hat, jetzt hat er alle Aspekte der Geschichte erfasst, kommt es immer wieder zu spannenden Wendungen.

Den Verlauf eines Langstreckenfluges aus der Sicht einer Stuardess zu lesen, ist witzig. Die Belange der Gäste werden mit einer ordentlichen Prise Humor dargestellt und das ein oder andere Mal konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen. In der Welt der Reichen und Schönen wird eben letztlich auch nur mit Wasser gekocht.

Lesen oder Lassen?

Hierfür gibt es eine Leseempfehlung. Wer auf der Suche nach einem witzigen und zugleich spannendem Buch ist, sollte sich dieses nicht entgehen lassen.

Die Autorin gibt einen schönen Einblick in das Fliegerleben, schließlich gehörte sie einst auch zur fliegenden Zunft. Sie beschreibt mit einem Augenzwinkern die Sonderwünsche der oberen Zehntausend und lässt die Hauptfiguren immer wieder neue Abenteuer bestehen, die sich im Netz aus Mord, Mafia und Vielfliegerei verfangen haben.

Als Kindle Edition kostet das Buch 4,91 Euro und das Taschenbuch liegt bei 8,91 Euro.

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