Ein Besuch im Dortmunder Zoo

Ein Zoobesuch ist nicht nur mit Kindern sehr schön, wie ich am letzten Wochenende feststellen durfte. Da gibt es auch für die Großen viel zu sehen und zu entdecken. Mein letzter Zoobesuch war in Köln vor etwa anderthalb Jahren mit dem Mann. Da hatten wir Verstärkung durch Neffe und Nichte.

Am letzten Samstag sollte es nun in den Dortmunder Zoo gehen. Hui. Löwen bestaunen, sich vor den Schlangen ein wenig gruseln, auch wenn sie hinter Glas sicher verwahrt sind, Flamingos beobachten und Giraffen gucken – das alles wollte ich gern erleben und bin nicht enttäuscht worden.

Bei schönstem Frühlingswetter haben sich scheinbar ziemlich viele Dortmunder überlegt, dass es mal wieder an der Zeit ist, dem Zoo einen Besuch abzustatten. Meine Wenigkeit und die restlichen Ausflugsteilnehmer haben uns von der Menge mitziehen lassen.

Entdeckt habe ich hinter Glasscheiben im Tropenhaus Frösche, gut getarnte Mini-Tierchen, deren Namen ich vergessen habe und Schlangen.

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Diese total niedliche Pandaart saß im Baum rum und ließ sich vom Pfleger die Bambuszweige anreichen. Einer fällt bei einer Gruppe natürlich immer aus der Reihe. Der Kleine zog es vor, direkt im Eingangsbereich des Geheges auf die Fütterung zu warten.

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Gerade bei den Pandas habe ich mir die Frage gestellt, warum die Jungs nicht einfach türmen, da die Mauer für die Tiere sicher kein Problem darstellen würde.

Bei den träge in der Sonne liegenden Löwen musste ich spontan an Alex, den Löwen aus dem Animationsfilm Madagaskar denken. Die beiden Tiere hatten nur äußerst wenig mit Alex gemein, außer vielleicht dem absoluten Mini-Gehege, das leider nur ganz, ganz wenig Auslauf und Bewegungsfreiheit aus Zuschauersicht bietet.

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Wenn nur äußerst wenig Platz für die Tiere da ist, drängt sich einem der Tierschutzgedanke förmlich auf. Natürlich ist es gut, wenn gefährdete Arten geschützt werden, aber um welchen Preis für die Tiere?

Oje. Das hier sollte eigentlich eine Lalelu-Gute-Laune-Post werden. Deshalb verschiebe ich die Tierschutzfrage spontan nach hinten bzw. darf und sollte dazu jeder eine eigene Meinung haben und sich dementsprechend Gedanken machen.

Mein Herz erfreut hat die Fütterung der Seelöwen und der Nachwuchs im Orang-Utan-Haus. Die Mama hat total süß mit ihrem Baby gespielt und es sofort geschützt, als der große Chef näher kam. Da versteht die Mama keinen Spaß!

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Als sich die Sonne langsam wieder Richtung Horizont bewegt hat, haben wir schließlich die Kamele erreicht.

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Zuvor hatten wir schon die Nashörner passiert …

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… und diese kleinen Zeitgenossen, die ich sehr süß fand.

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Alles in allem ein toller Tag. Ich wollte schon länger mal in den Zoo in Dortmund. Wieder ein Stückchen Ruhrgebiet mehr erkundet.

Verabschieden möchte ich mich heute mit den kindgerechten Hinweisschildern, die überall im Dortmunder Zoo verteilt aufgestellt sind.

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Wo der Gast wohl kein König ist

Bei dem folgenden Beitrag handelt es sich um rein subjektive Eindrücke. Bitte ziehen Sie selbst Ihre Schlüsse daraus.

Am letzten Wochenende bin ich mit meiner Ma und meiner Schwester in Berlin verabredet gewesen. Wir treffen uns immer am ersten Adventswochenende, um in irgendeiner großen deutschen Stadt die Weihnachtsmärkte unsicher zu machen. Dieses Jahr ist Berlin an der Reihe gewesen. Natürlich muss man in der Hauptstadt irgendwo übernachten, denn die Strecke Essen-Berlin ist mir dann doch zu weit, um die zweimal an einem Tag zu fahren.

Ein Ausflug mit Hindernissen

Wir haben uns also zwei Hotelzimmer gebucht. Meine Schwester hatte bei einer Gutscheinplattform vor gefühlt unendlich langer Zeit Gutscheine erstanden, die nun an unserem Mutter-Kinder-Ausflugs-Wochenende zum Einsatz kommen sollten. Zimmer reserviert, alle Fragen im Vorfeld geklärt und schon konnte die Reise in die Hauptstadt beginnen. Dass das Hotel im schönen Stadtteil Dahlwitz-Hoppegarten liegt und dass dies nicht wirklich zentral ist, wussten wir. Dafür waren wir per Gutschein an eine Halbpension gebunden, was wir eher als Vorteil gesehen haben, da das Hotel ja irgendwo weit draußen im schönen Berlin liegt. Dass diese gebuchte Halbpension aber nur zu Aufregung und Missmut führen würde, das konnten wir im Vorfeld nicht absehen.

Aber der Reihe nach. Die Anreise verlief unproblematisch. Am Ende der S-Bahnstation Hoppegarten (Mark) sind wir in ein bereitstehendes Taxi gehüpft, das uns fix zum Hotel Hoppegarten Berlin gebracht hat. Der Empfang ist sehr herzlich und charmant gewesen, das Einchecken hat ohne Probleme funktioniert. Die Halbpensionsscheine, die wir abends im Restaurant vorzeigen sollten, sind schnell ausgefüllt gewesen. Alles ist gut.

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In den Zimmern hätte sich wohl auch Bram Stoker gegruselt

Wir beziehen unsere Zimmer. Die Größe ist in Ordnung, es liegt ruhig und das offene Fenster sorgt für ausreichend frische Luft.

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Bei genauerem Hinsehen efolgt dann die erste Ernüchterung. Das Hotel ist ein wenig in die Jahre gekommen, okay, da kann man nichts machen. Aber meiner Meinung nach kann man die Zimmer durchaus pflegen bzw. ordentlich reinigen.

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Gegen die Flecken im Teppichboden kann ich Schlappen anziehen, weil ich nicht barfuß über diesen Teppich laufen wollte. Geschenkt.

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Gegen den großen Fleck in der Gardine, der sich ziemlich unschön genau in der Mitte des Fensters und auf Augenhöhe befindet, kann ich die Vorhänge zuziehen. Geschenkt.

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Das abgeplatzte Porzellan im Waschbecken lasse ich mir auch gefallen, denn wie bereits erwähnt, ist das Hotel nicht mehr das jüngste und das Waschbecken funktioniert einwandfrei.

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Gegen die rot eingefärbten Fugen unterhalb des Waschbeckens, die von weis der Geier was stammen, kommen wieder die Schlappen zum Einsatz. Und die weiteren roten Farbreste an der kleinen Heizung im Badezimmer stören mich jetzt auch nicht. Das geht alles.

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Was ich aber äußerst unschön finde, wenn beispielsweise Armaturen kaputt sind und nicht ausgetauscht werden. Das ist für mich schon ein Zeichen von Nachlässigkeit.
Okay, die Dusche funktioniert, aber schön aussehen tut das nicht!

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Wenn in der Aufhängung des Duschkopfes sich Schimmel gebildet hat, ist das jetzt auch nicht mehr so meins. Ich muss dazu sagen, dass ich die Flecken nicht mit irgendwelchen chemischen Apparaturen und Gerätschaften geprüft habe. An dieser Stelle verweise ich einfach mal auf meine über 30-jährige Duscherfahrung und Reinigungsaktivitäten. Aus diesem Grund vermute ich hier mal, dass es sich tatsächlich um Schimmel handelte.

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Ein weiteres Schmankerl der Dusche, sind die Metallschienen in der Dusche gewesen. Anhand der rotbraunen Färbung schätze ich, dass hier wohl auch schon länger keine Reinigung mehr erfolgt ist.

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Last but not least möchte ich hier die aufgeklappte Klobrille zeigen, die einmal weiß gewesen sein muss. Der Rest der Brille lässt darauf durchaus schließen. Was genau sich hinter der gelben Verfärbung versteckt, weiß ich jetzt nicht so genau, aber wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst bin, dann möchte ich das auch gar nicht so genau wissen.

Man fragt sich: Vier Sterne – für was?

Was ich bisher noch nicht erwähnt habe, bei dem Hotel Hoppegarten handelt es sich um ein DEHOGA-klassifiziertes 4-Sterne Hotel. Die Klassifizierung ist noch bis 2014 gültig, wie das Schild im Eingangsbereich ausweist. Außerdem werden im Eingangsbereich weitere Empfehlungen und Auszeichnungen ausgestellt.

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Ich muss bei diesem Bericht auch ganz klar dazu sagen, dass ich keine mega hohen Ansprüche an Übernachtungsmöglichkeiten habe. Wenn ein Hotel älter ist, kann es eben durchaus vorkommen, dass es an der ein oder anderen Stelle vielleicht nicht mehr ganz so hübsch ist. Deswegen muss ein Hotel noch nicht schlecht sein, bzw. habe ich es bisher immer so erlebt, dass der Service alle Anstandspunkte wett gemacht hat. Aber dies ist hier leider auch nicht der Fall.

Service? Was war das doch gleich wieder?

Wenn ich in ein 4-Sterne Hotel fahre, dann werden aber durchaus bestimmte Erwartungen bei mir geweckt. Schließlich sagt diese Auszeichnung ja aus, dass es sich hier um ein besseres Hotel handelt und dies schlägt sich nicht zuletzt im Preis für die Übernachtungen nieder. Wie eingangs erwähnt, hatten wir einen Gutschein für die Übernachtungen. Okay, das reduziert den Preis. Aber ist man deshalb ein schlechterer Gast? Bisher habe ich mit Hotelgutscheinen positive Erfahrungen gemacht. Ich denke mir, dass das Hotel letztlich ja diese Gutscheine raus gegeben hat, da sollte man doch meinen, sie wissen, worauf sie sich einlassen.

Wir hatten Halbpension gebucht. Hierbei ist ausdrücklich Frühstück und Abendessen gemeint gewesen. Und wenn bei Hotelreservierungen bestimmt Dinge gebucht werden, geht der normale Bürger eventuell davon aus, dass sich ein Hotel auf die Gegebenheiten auch einstellt.

Nach dem Einzug in das mehr oder weniger nette Zimmer (geschlafen habe ich wie ein Baby in dem Bett, einen Blick unter das Laken habe ich aber nicht gewagt), sind meine Ma, meine Schwester und ich zum Abendessen aufgebrochen. Hierfür sollten wir die Gutscheine des Hotels mitnehmen und diese im Restaurant vorzeigen. Die hilfsbereiten Damen an der Rezeption hatten uns beim Einchecken darüber informiert, dass es täglich zwischen 18 Uhr und 21.30 Uhr Abendessen gibt. „Prima, da hat man genug Zeit zum Essen“, denken wir uns.

Die hilfsbereiten Damen haben uns auch freundlich den Weg ins Restaurant gewiesen, als wir nach dem Bezug der Zimmer wieder in die Lobby gekommen sind. Im Restaurant angekommen, ist nur die Hälfte der Tische besetzt gewesen und zwei Kellner liefen emsig umher. Ich dachte mir, dass ich freundlich fragen könnte, an welchen Tisch wir uns denn setzen dürfen. Finde ich einfach eine gute Geste, wenn man sich nicht irgendwohin setzt, sondern einen Tisch zugewiesen bekommt.

Also bin ich zu der Dame hingegangen und habe gefragt, ob wir freie Platzwahl haben, oder wir uns an einen bestimmten Tisch setzen sollen. Die Antwort der Dame hat bei meiner Ma, meiner Schwester und mir zu Verwirrung geführt. Wir könnten uns nirgendwo hinsetzen, da gleich ein Bus mit einer Reisegruppe kommt und sie die freien Plätze bräuchten. Moment, wir sind doch gerade noch von der Rezeption hierher verwiesen worden? Wie kann das denn nun sein? Auch bei erneuter Nachfrage und ein bisschen Rumgeheule, dass ich Hunger habe, hat sich die Kellnerin nicht erweichen lassen. Sie könne da nichts machen und es täte ihr leid. ENTSCHULDIGUNGEN MACHEN ABER NICHT SATT!!!

Wir sind also zurück zur Rezeption gedackelt und haben den Damen dort unseren Unmut mitgeteilt. Wie kann das sein? Gibt es keine Kommunikation zwischen Restaurant und Rezeption? Scheinbar nicht, wie ich mittlerweile erfahren habe. Die Damen wirkten ein wenig hilflos und ebenso überrascht wie wir. Das Resultat: Wir durften in der Bar einen Drink auf Kosten des Hauses nehmen, bis ein Tisch frei wird. Kaum hingesetzt und bestellt, kommt der Barkeeper wieder an den Tisch und sagte uns, dass die Reisegruppe später kommt und wir doch jetzt schon Essen könnten. Ähm? Wie jetzt? Oh man! Also sind wir wieder zum Restaurant gedackelt und durften gnädigerweise dort Platz nehmen und bestellen.

Servicewüste Hotel

Um die Sache hier abzukürzen: Während wir noch nicht mit der Vorspeise fertig waren, kam schon das Hauptgericht und als dann die Reisegruppe eintraf ist es ziemlich schwierig gewesen, die Rechnung oder auch ein weiteres Getränk zu erhalten. Das Personal ist überfordert gewesen. Genau das gleiche Bild haben wir am nächsten Morgen beim Frühstück erlebt. Das führte soweit, dass ich mir selbst eine saubere Tasse organisiert habe, um wenigstens einen Kaffee trinken zu können. Andere Gäste haben sogar beim Abräumen der Tische geholfen.

Wir erinnern uns: Wir befinden uns in einem 4-Sterne Hotel.

Kein Platz zum Essen für Halbpensionsgäste?

Nach dem Frühstück wollte ich an der Rezeption einen Tisch für abends reservieren, damit wir nicht wieder mit knurrenden Mägen rumsitzen müssen. Ich bin an das Restaurant verwiesen worden. Das ist okay für mich, gehe ich halt wieder zurück. Dann die Überraschung: Am Abend seien zwei Veranstaltungen in den Restaurant-Räumen geplant und es sei kein Platz für das à-la-carte-Geschäft. „Wie jetzt? Wir haben doch Halbpension gebucht?“, frage ich zaghaft. Die Antwort: „Wenn Veranstaltungen seien, wäre das eben so. Da könne man nichts machen.“ Ah ja.

Also bin ich zurück zur Rezeption gedackelt – im Dackeln von A nach B bin ich übrigens jetzt unschlagbar – und habe der Dame die Situation geschildert. Die netten Damen vom Abend waren weit und breit nicht zu sehen. Personalwechsel. Die neue Dame spricht Deutsch mit spanischem Akzent, wie sehr viele Mitarbeiter des Hotels. Bei einem Gespräch mit einem weiteren Gast habe ich erfahren, dass der Besitzer gewechselt hat und der neue ein Spanier ist. Das erklärt unter Umständen, warum viele Landsleute nun dort arbeiten. Die Dame an der Rezeption konnte uns nicht weiterhelfen und es sei auch niemand da, der entscheiden könne. Am Sonntagmorgen sei wieder jemand da, der befugt sei, Entscheidungen zu treffen.

Folglich ist das Abendessen im Hotel für uns ausgefallen, was wir der Dame angekündigt haben. Was ich prinzipiell gar nicht schlimm finde, schließlich kann man in ganz Berlin wunderbar Essen gehen. Schlimm finde ich an dieser Stelle, dass ich für eine Leistung bezahlt habe, die ich nicht erhalte und mit viel Gleichmut und wenig Engagement abgespeist werde. DAS MACHT MICH BÖSE!!!

Das Ergebnis: Am Sonntagmorgen habe ich der Dame an der Rezeption, die anscheinend Entscheidungen treffen darf, die Quittung des Abendessens des Vorabends auf den Tresen gelegt und sie gebeten zu schauen, was sie nun für uns tun kann. Und wie sich rausgestellt hat, kann diese Dame absolut gar nichts für uns tun. Überraschung! Jedwede Erstattungen würden nun beim Anbieter liegen. Das bedeutet, dass wir noch mit dem Anbieter debattieren müssen, weil letztlich am Vorabend ein Büffet in der Bar für die Halbpensionsgäste aufgebaut wurde, woran wir ja im Prinzip hätten teilnehmen können. Davon wussten wir nix und haben auch keine Info dazu erhalten. Da ist es wieder, dieses scheinbare Kommunikationsproblem in diesem Hotel.

Alles in allem möchte ich nun eine absolute NICHT-EMPFEHLUNG, also so mit rudernden Armen und auf-und-ab-springend, für diese Hotel aussprechen. Es sei denn, man möchte keinen guten Service erleben oder wahlweise auch in ungepflegten Zimmern schlafen oder sich einfach mal so richtig über etwas aufregen, dann sollte man durchaus dort übernachten.

Wie die Berliner Weihnachtsmärkte so sind, erzähle ich vielleicht beim nächsten Mal.

Teil 3 – Wie ich in sieben Tagen auf der gefühlt falschen Straßenseite quer durch ein Land gefahren bin

Eine Frau, ein Mann, ein Auto. Das ist die Ausgangsposition für unseren dritten Reisetag quer durch Schottland. Okay, das ist natürlich in den anderen Reiseberichten auch schon so gewesen, aber heute ist mir mal nach einem etwas anderen Einstieg.

Die dritte Etappe ist die Berg- und Whiskyetappe, auf die sich der Mann schon von Beginn an gefreut hat. Wir fahren kleine Sträßchen entlang und uns begegnen nur selten andere Autos. Einsamkeit. Freiheit. Auch das ist Schottland. Wobei so richtig allein sind wir fast nie gewesen.

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In Schottland ist alles perfekt auf die zahlreichen Touristen ausgelegt. Im Prinzip bräuchte man nur eine normale Straßenkarte für den Fall, dass man sich verfahren hat. Alle Sehenswürdigkeiten würde man trotzdem finden. Die sind nämlich ganz erstklassig ausgeschildert und zwar überall, was von den Touris gern und zahlreich angenommen wird.

An der Ostküste finden sich erst Hinweisschilder, in wie vielen hundert Metern die Ausfahrt zur Sehenswürdigkeit kommt und dann bei der jeweiligen Ausfahrt noch einmal ein Hinweisschild. Die westliche Seite des Landes ist zwar auch mit zahlreichen Hinweisschildern versehen, aber mit nicht ganz so vielen Vorhinweisen, wie das im Osten der Fall ist.

Wie auch immer, wir fahren also auf schmalen und einsamen Straßen durch die Highlands. Manchmal dachte ich: „Oje, gleich rollen wir rückwärts wieder runter.“ Es war teilweise sehr steil. Echt jetzt. So richtig steil, dass das Auto mit uns drin wirklich kämpfen musste. Vielleicht hat das gute und reichhaltige schottische Frühstück auch dazu beigetragen, dass wir nur langsam den Berg hoch kamen. Das ist jetzt reine Spekulation, versteht sich.

Das erste Etappenziel an diesem Tag: Dufftown. Die Stadt oder besser das Städtchen, was angeblich auf sechs Destillerien aufgebaut wurde, so man dem Reiseführer Glauben schenkt. Und wo sind die Destillerien heute? Natürlich nicht direkt in der Stadt.

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Also wieder ab ins Auto und weiter geht’s. Und dann waren sie da. Zahlreich. Hübsch. Die hohen Abgastürme der Destillerien und die zugehörigen Höfe und Häuser. In Speyside, wie sich das Gebiet nennt, in dem wir heute rumkurven, gibt es unglaublich viele Destillerien und wir haben ungelogen alle fünf Minuten eine neue entdeckt.

Angehalten, ein bisschen rumgelaufen und den Giftshop gestürmt, haben wir schließlich in der Destillerie Glenfiddich. Diese ist ziemlich groß und vielen Menschen auch ein Begriff in Deutschland. Seit diesem Tag bin ich ein großer Freund von dem 15 Jahre alten Whisky aus dieser Destillerie. Lecker!

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In diesem Häuschen lagern die noch unfertigen und nicht versteuerten Whiskys. Das Heiligtum jeder Destillerie.

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Teil 2 – Wie ich in sieben Tagen auf der gefühlt falschen Straßenseite quer durch ein Land gefahren bin

Nachdem der erste Tag unterwegs auf den Straßen von Schottland deutlich länger ausgefallen ist, als ursprünglich geplant, haben der Mann und ich uns in dem wunderschönen B&B direkt für eine weitere Nacht eingebucht. Leider mussten wir das schöne Zimmer gegen ein anderes tauschen, aber die Gewissheit, am Abend auf jeden Fall ein Dach über dem Kopf zu haben, hat mich darüber durchaus hinweg getröstet.

Nach einem opulenten Frühstück mit Eiern, Würstchen, Pilzen, gegrillten Tomaten und Toast, habe ich mich zum Auto gekugelt bin ich frohen Mutes in das Auto eingestiegen. Der erste Aussichtspunkt des Tages ist Dunnotar Castle gewesen. Dies liegt unweit von Stonehaven entfernt und bietet eine wirklich traumhafte Kulisse. Diese Castle gehörte wohl zu den wehrhaftesten Castles der Insel und war in der Vergangenheit oft umkämpft. Heute findet man nur noch eine Ruine vor, die ich aber auch schon ziemlich beeindruckend fand.

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Unglücklicherweise hatte das Castle geschlossen, als wir angekommen sind. Aber das machte gar nichts. Der Mann und ich sind im Sonnenschein die Stufen zum Castle erst runter und später wieder rauf gelaufen.

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Wir haben außerdem am Steinstrand unzählige Steine gesammelt (es ist schon erstaunlich, dass plötzlich ALLE Steine hübsch aussehen und meine Tasche immer schwerer wurde), sind über Felsen geklettert, um weiter an Strand entlanglaufen zu können …

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… haben das Castle von fast allen Seiten aus fotografiert und schließlich habe ich meine erste schottische Kuh gesehen!

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Die Nacht haben wir erneut in der Inchgeal Lodge in Ballater verbracht. Diese liegt im beschaulichen Örtchen Ballater, welches unweit von Balmoral Castle ist. Während unsere Aufenthaltes hat die Queen dort noch ihren Sommerurlaub verbracht. Aus diesem Grund sind wir auch nicht zu Balmoral Castle gefahren, weil man dann gar nicht ans Castle ran kommt, sagte die B&B-Inhaberin.

Ballater ist ein echt süßes Örtchen, welches Aufgrund der Nähe zur Sommerresidenz der Queen über viele Shops verfügt, die mit dem königlichen Lieferantenwappen ausgestattet sind. Angeblich soll man in Ballater auch ab und an mal einen Royal treffen, dies sagt jedenfalls der Reiseführer.

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Einen Royal habe ich zwar nicht gesehen, dafür aber Heuballen, bei allerschönstem schottischen Wetter! Man beachte die Sonne im Vordergrund und den pechschwarzen Himmel im Hintergrund.

#schottland2013 oder wie ich in sieben Tagen auf der gefühlt falschen Straßenseite quer durch ein Land gefahren bin

Der Mann und ich waren im September in Schottland im Urlaub. Eigentlich sollte der große Jahresurlaub in diesem Jahr nach Griechenland gehen. Die griechischen Inseln wollte ich gern einmal besuchen, aber dann flatterte eine Hochzeitseinladung ins Haus. „Wir heiraten in Schottland und würden uns freuen, wenn ihr dabei seid“, hieß es darin.

Einladungen zu Hochzeiten finde ich prinzipiell ja schon toll, weil man an einem ganz persönlichen Moment eines lieben Menschen teilnehmen darf. Wenn der große Tag in einem Land stattfinden soll, wo ich bisher noch nicht gewesen bin, bietet es sich quasi an, einige Urlaubstage länger in diesem Land zu bleiben. So kam es, dass wir in diesem Jahr quer durch Schottland unterwegs gewesen sind.

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Die ersten vier Tage haben der Mann und ich in Edinburgh verbracht. Dort durften wir auf die kundigen Stadtführer Anne und ihren Mann zurückgreifen. Anne hat hier, hier und hier darüber berichtet. Das finde ich immer prima, wenn man mit Leuten unterwegs ist, die sich auskennen, denn meine Navigationskünste und Orientierungssinn sind nicht die besten. Wir haben gemeinsam ein paar schöne Tage verbracht, die zum einen von Sightseeing, zum anderen von Hochzeitvor-, Hochzeitshaupt- und Hochzeitsnach-Veranstaltungen geprägt waren. Ach ja und lecker Essen gab es an jedem der Tage. Gutes Essen = guter Urlaub. Ich bin da einfach gestrickt.

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Nach den offiziellen Feierlichkeiten haben der Mann und ich das gemietete Auto bestiegen und sind, gefühlt ständig auf der falschen Straßenseite fahrend, gen Osten aufgebrochen. Das Ding mit dem Linksverkehr ist schon ein Kreuz. Am Anfang glaubt man, daran wird man sich nie gewöhnen und am Ende hat man in Deutschland das Gefühl, auf der falschen Straßenseite unterwegs zu sein. Sachen gibt’s.

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Die erste Etappe führte uns über Loch Leven und Dundee nach Stonehaven. Ein wunderschönes, kleines Küstenstädtchen ist dieses Stonehaven und wir hätten wirklich gern dort übernachtet. Aber wie sich rausstellte, war im Großraum Stonehaven kein einziges Zimmer mehr zu bekommen. Die sehr hilfsbereite Dame aus dem Tourizentrum erklärte, dass dies der Normalzustand montags, dienstags und zum Teil auch noch mittwochs ist. Dann wechseln die Mannschaften auf den Ölplattformen und es wird voll.

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Da wir kein Zimmer vorgebucht hatten, ist das natürlich ganz schön blöd gewesen. Die Dame aus dem Tourizentrum hat uns schließlich mehrere Adressen rausgesucht, die sich alle mehr im Landesinneren befinden. Also wieder ab ins Auto und fahren, fahren, fahren. Dadurch, dass wir in Stonehaven kein Zimmer bekommen haben, sind wir quasi die Strecke, die wir für den nächsten Tag geplant hatten, spontan schon einmal am ersten Reisetag abgefahren.

Faszinierend fand ich an diesem ersten Reisetag zu sehen, wie schnell sich die Landschaft ändert. Die Küste und Küstenregion ist sehr steinig. Auf dem Weg ins Landesinnere ist unser Weg dann plötzlich von unzähligen Bäumen gesäumt worden. Diese Eindrücke haben mich auf der gesamten Fahrt durch Schottland begleitet. Wir haben quasi jeden Tag ein anderes Landschaftsbild erkundet. Faszinierend.

Da es vom ersten Reisetag schon soviel zu erzählen und zeigen gibt, werde ich die weiteren Tage in einzelne Posts aufteilen, denn sonst wird das hier ein Endlosbeitrag. Schottland – to be continued …

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