Freitags-Füller

Freitags ist Freitags-Füller-Tag …
Wer sich beteiligen möchte, kann die Vorlage bei scrap-impulse nachlesen.

1. Am Rosenmontag werde ich versuchen am Küchenfenster Kamelle zu fangen (2. Stock).

2. Ritter auf weißen Rössern – es gibt so wenige davon.

3. Einer meiner Träume mit so einem Ritter hat sich bereits erfüllt.

4. Seitdem schlafe ich ruhig und friedlich.

5. Schnarchen tut so ein Ritter selbstverständlich nicht, damit das Fräulein ihren Schönheitsschlaf bekommt.

6. Woher kommt eigentlich der Ausdruck mit dem Ritter und dem weißen Ross?

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf die Ruhe vor dem Karnevalssturm, morgen habe ich Kölle Alaaf rufen geplant und Sonntag möchte ich bitte keine Halsschmerzen vom vielen Kölle Alaaf rufen haben!

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Auf, auf in die fünfte Jahreszeit

Heute ist der 11.11.
Das ist ansich keine wirkliche Meldung wert, denn bei einem Blick in den Kalender hätte das jeder feststellen können. Ich hingegen bin bekennender Karnevalist und für mich beginnt jetzt wieder die fünfte Jahreszeit.

In grauer Vorzeit bin ich am 11.11. mit den Mädels um die Häuser gezogen, aber man wird ja irgendwie nicht jünger …

Im heutigen Zeitalter startet der Karneval für mich an Weiberfastnacht und geht bis Rosenmontag. Nichts desto trotz enthuscht mir am 11.11. trotzdem ein kurzes Kölle Alaaf um 11.11 Uhr. Ein bisschen Spaß muss immer sein.

Aus aktuellen Anlass zitiere ich an dieser Stelle nun das Kölsche Grundgesetz.

Et Kölsche Grundgesetz

Artikel 1: Et es wie et es.

Artikel 2: Et kütt wie et kütt.

Artikel 3: Et hät noch emmer joot jejange.

Artikel 4: Wat fott es, es fott.

Artikel 5: Et bliev nix wie et wor.

Artikel 6: Kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet.

Artikel 7: Wat wells de maache?

Artikel 8: Maach et joot, ävver nit zo off.

Artikel 9: Wat soll dä Käu?

Artikel 10: Drinks de ejne met?

Artikel 11: Do laachs de disch kapott.“

In diesem Sinne Prost und auf in die fünfte Jahreszeit!

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Dinner in the dark

Der Mann hat in diesem Jahr Karten für ein Dinner in the dark von mir geschenkt bekommen. Nun endlich war es soweit. Für 35 Euro plus Getränke haben wir ein 4-Gang-Menü genießen dürfen.

Essen im Finsteren war für mich keine ganz neue Erfahrung. Im Studium bin ich gemeinsam mit Freunden in einem Dunkel-Café gewesen.
Das fand ich damals beängstigend, da sich eine leichte Panikattacke bei mir einstellte, als wir einfach völlig im Dunkeln gesessen haben. Ich habe wirklich die Hand vor Augen nicht sehen können. Deshalb bin ich in das gebuchte Dinner mit gemischten Gefühlen reingegangen.

Aber wie sich herausstellte, waren meine Befürchtungen unbegründet. In der Gaststätte Mehring in Köln erfolgt zuerst die Begrüßung im hellen Gastraum mit einem leckeren Hugo. Gut gelaunt nehmen wir anschließend im eigentlichen Essensraum Platz.

Der Raum ist durch eine doppelte Türe mit Lichtschleuse dazwischen tatsächlich komplett abgedunkelt. Beim Hinsetzen sind an den beiden langen Tafeln noch Kerzen an, damit sich die Augen langsam an die Dunkelheit gewöhnen können.

Schließlich stellt sich der Kellner vor, welcher blind ist und uns durch den Abend führen wird. Arthur ist ein netter Kerl, immer ein Witzchen auf den Lippen und absolut zuvorkommend.

Er löscht das Licht und dann geht es auch schon los.

20121104-021750.jpgWie man sieht, sieht man absolut gar nichts.

Zur Vorspeise gibt es einen gemischten Salat mit Honig-Senf-Dressing und hausgegebeiztem Lachs, dazu geröstetes Brot. Ich wusste im Vorfeld nicht, was genau an diesem Abend auf die Teller kommt und habe mich überraschen lassen. Wie sich herausstellte ist es gar nicht so einfach mit Messer und Gabel die Speisen zu ‚ertasten‘. Da geht die ein oder andere Gabel auch mal daneben bzw man führt sie zum Mund und stellt fest, dass da gar nichts drauf ist.

Ich bin ja der Überzeugung gewesen, dass ich auch ein wenig Meerrettich auf dem Teller hatte, musste mir im Anschluss an das Essen aber sagen lassen, dass dem nicht so war.

Da an den beiden langen Tafeln etwa 40 Personen Platz genommen haben, dauert der Service ein bisschen. Gleichzeitig war unser lustiger Kellner aber irgendwie auch ständig präsent. Sehr spannend war der Gang zu den Toiletten im Stockdunkeln. Arthur hat mit den Sehenden eine Polonäse zur Lichtschleuse veranstaltet und das in einem Tempo, dass man kaum mitkam. Unglaublich.

Der zweite Gang des Abends war eine Suppe. Irgendwas mit Kartoffeln und Krabben. Zurück im Licht habe ich erfahren, dass wir eine Zucchini-Estragon-Suppe mit Krabben hatten, die auch Kartoffeln enthalten hat. Ganz gute Trefferquote bis hierhin, würde ich sagen.

Zum Hauptgang hieß es wieder sich mit Messer und Gabel zu bewaffnen, denn es gab Fleisch. Schwein mit Fett, ganz weiche Zwiebeln mit Sauce und schließlich Kartoffelpüree mit Sellerie. Nun ja, fast. Übersetzt heißt das: Schmorbraten mit Zwiebelbiersauce und Kartoffel-Möhren-Püree. Beim anschließenden Gespräch mit dem Chef habe ich aber herausbekommen, dass das Püree Sellerie enthielt. Puuuh, meine Geschmacksnerven haben sich also doch nicht völlig geirrt.

Zu diesem Zeitpunkt war die Luft im dunklen Raum leider schon ziemlich verbraucht. Arthur hingegen war bester Laune und stellt uns einen etwas verspäteten Nachtisch hin. Die Küche hatte sich ein wenig verzählt und plötzlich war kein Dessert mehr für den Mann und mich übrig. Das Tiramisu mit Fruchtspiegel wurde schnell nachproduziert und entpuppte sich als noch harter Löffelbisquit, der soeben erst in Kontakt mit dem Mascarpone gekommen ist. Kein beglückender Abschluss an dieser Stelle.

Gedauert hat das Dinner insgesamt fast vier Stunden. Man sollte auf jeden Fall genug Zeit mitbringen, wenn man sich zu diesem Essen anmeldet. Die Getränkeauswahl ist während des Dinners begrenzt und sie müssen in Bar direkt bezahlt werden. Hintergrund: Im abgeriegelten Raum stehen Kühlschränke und so muss nicht für jede Flasche die Tür geöffnet werden.

Gaststätte Mehring
Luxemburger Straße 319a (Ecke Klettenberggürtel), 50939 Köln, Tel.: +49 221 4206949